Mittwoch, 16. Dezember 2009

Elefantentreibertraining in Xe Pian


'Xong Xong' befahl ich. Der Elefant hob sein rechtes Bein, so dass ich hinaufklettern konnte. Ich legte mein rechtes Bein auf seinem Schenkel und mein linkes Bein auf seine Flanke, aber ich konnte ihn nicht richtig zu packen bekommen. Ich wurde immer wieder hin und hergeschmissen und alle 2 ½ Meter von meinem Elefanten, Herrn Niam, herunterbefördert und musste von einem Elefantentreiber wieder hochgezogen werden. Das war sehr unangenehm für mich und es gab viel Gekicher überall von den laotischen Elefantentreibern, die dem 'Falang' zusahen. In der Zwischenzeit bestieg Thomas, mein Elefantentreiberlehrer, einen weiblichen Elefanten; Miss Bunyang, die beträchtlich kleiner war, mit Leichtigkeit. Alsbald alle in der Fahrposition saßen, rittlings auf dem Hals des Elefanten, wurden wir trainiert, wie man den Elefanten Kommandos erteilt. 'Houy Houy' sagt man, um voranzukommen und 'How How', um anzuhalten. Laotisch ist eine tonale Sprache und deshalb war es nicht allzu schwierig 'Houy Houy' und 'How How' zu behalten. Wir übten unsere Befehle auf den geschnittenen Reisfeldern des Dorfes Ban Kiet Ngong in der geschützten Region Xe Pian. Die armen Elefanten wussten im wahrsten Sinne des Wortes nicht, ob sie kommen oder gehen sollten. Ich schaffte es des Öfteren 'Herrn Niam' zum Halt zu bringen, aber vergaß ständig, bei dem Befehl auf seinen Kopf zu klopfen. Das Berühren der dicken schwarzen Borsten war nicht angenehm, aber ich denke, dass ich enorm abgelenkt war: auf einem Hals eines Elefanten zu sitzen mit seinen riesigen Ohren, die andauernd meine Beine berührten, die Höhe des Elefanten und die Distanz zum Boden, die Bewegungen der Schulterblätter, der Furzgeräusche von hinten, die pfeifenden Atemgeräusche des Rüssels und die gelegentliche Hilfe des echten Elefantentreibers, der hinter mir im 'Howdah' (Sitz auf einem Elefanten) saß. Nach einigen Stunden Training durften wir die Elefanten hinauf zum Berg Phu Asa reiten. Von dem mysteriösen Tempel auf der Spitze des Berges, gesäumt mit hoch aufgetürmten Steinen, hat man einen Ausblick über das Xe Pian Feuchtgebiet, das Größte im südlichen Laos. Der Weg zum Tempel besteht aus flachen einzeln stehenden schwarzen Vulkansteinen, die zum Mysterium beitragen. Wenn man zwischen den Säulen prüfend hindurchspäht, der einzigen Bergspitze weit und breit, entfaltet sich das gesamte moosige grüne Feuchtgebiet.

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