Montag, 30. November 2009

Traurige „Songthaew“ Fahrt in Savannakhet

Der mobile Kleiderwagenladen kam zu einem Halt. Es war ein "songthaew“ (eine Art Kleinbus), der mit Kleidung behangen von Dorf zu Dorf fuhr, um die Kleidung bei Ortsansässigen zu verkaufen. Unser „songthaew“ fuhr hinter diesem her, um eine Frau mit einem Baby aufzunehmen. Das Lächeln der jungen Mutter offenbarte die schmutzigen braunen Zähne; das neun Monate alte Kind war in eine königlich-blaue Eskimo-artige Haube gekleidet. Die Mutter hatte gerade einen Schamanen, ungefähr 50 km von ihrem Haus entfernt, besucht. Sie erklärte, dass sie den Schamanen besucht hatte, weil ihr Baby nachts immer schreit. Der Schamane bat um 50.000 Kip im Voraus (ein kleines Vermögen für Einheimische) und dann eine Spende eines Schals und eines „sinh“ (ein Frauenrock); danach würde sie nur noch das Busfahrgeld für die Besuche bezahlen müssen. Der Schamane hatte sich bereit erklärt, auf das Kind aufzupassen, bis es älter geworden ist. Die Mutter war damit allerdings nicht einverstanden, aber war wirklich bereit, diesen Schamanen regelmäßig zu besuchen. Die Mutter sagte, dass sie besorgt sei. Das war ihr achtes Kind; die anderen sieben waren gestorben. Viele von ihnen waren nach nur einigen Monaten gestorben; aber zwei von ihnen, junge Teenager, waren in einem Krankenhaus in Thailand aufgrund von Insektenähnlichen Krankheiten zu Tode gekommen. Die Mutter erklärte, dass sie einmal eigenes Ackerland hatten, aber ihr Mann musste es verkaufen und hatten somit kein Reis mehr in dieser Jahreszeit zu essen. Sie bauten gerade Gemüsepflanzen und Bambusschößlinge an. Ich gab ihr meinen Beutel von sonnengetrocknetem Rinderfleisch, als sie aus dem „songthaew“ ausstieg.

Sozialistische Statuen in Laos


Es gibt einige ruhmvolle Beispiele von sozialistischen Statuen in Laos. Anhänger dieser kommunistischen Gedenkstätten sollten nicht die herrliche Montage in Muang Phin in der Savannakhet Provinz verpassen. Zwei goldene Statuen eines vietnamesischen und eines laotischen Soldaten stehen vereinigt gegen eine Kulisse, die die Kämpfe während des zweiten Indochinakrieges darstellen. Ein kämpfender Elefant wird außerdem bildlich dargestellt. Muang Phin liegt in der Nähe des Ho Chi Minh Pfades, des Weiteren liegt ein abgeschossener US-Hubschrauber direkt neben der Statue. Der Hauptkreisverkehr von Xam Neua wird auch durch eine sozialistische Kampfessäule dominiert. In Vieng Xai, in der abgelegenen Hua Phan Provinz, das Gebiet der heimlichen kommunistischen Stadt von Pathet Lao während des Zweiten Indochinakrieges, zeigt drei goldene Statuen: die eines Soldaten, eines Bauern und eines Arbeiters auf einem Podest. Der Arbeiter drückt seinen Fuß auf eine goldene Bombe, beschriftet mit den Wörtern 'USA'.

Samstag, 28. November 2009

Die verschlafene Hauptstadt


Vientiane ist wahrscheinlich die entspannteste Hauptstadt der Welt. Außerdem ist die Stadt so klein, wie eine Provinzstadt. Jeder Stadtteil erinnert eher an ein Dorf und man muss hier schon nach Ampeln suchen. Man kann den historischen Stadtkern in ungefähr 15 Minuten erkunden. Die meisten Gebäude sind niedrig gebaut und die Strassen sind mit Tempeln gespickt, die der Stadt eine gemütliche Kleinstadt-Atmosphäre geben. Sie strotzt mit einer großen Anzahl von italienischen Restaurants und dutzenden lokaler Kleidergeschäfte in einem kleinen Radius; das größte ‘Warenhaus’ besteht nur aus zwei Stockwerken. Die Tuk-Tuk Taxifahrer sind nicht ausgelastet und gönnen sich über die heißen und langen Mittagsstunden ein Nickerchen in ihren Hängematten im Fahrzeug. Man trifft sich hier in den frühen Abendstunden, die Verkehrspolizei übt sich in Langeweile und die Lichter in der Stadt gehen spätestens um 23.00 Uhr nachts aus. Hier findet man keine Nachtschwärmer...

Dämmerschoppen am Mekong


Kurz vor der Dämmerung treffen sich Einheimische, Expatriots und Reisende auf eine Flasche Bier und frisch gekochtem Essen an den Flussufern des Mekong in der laotischen Hauptstadt, während sie dem Sonnenuntergang zusehen. Plastikstühle und Tische werden heraus geholt, kleine Feuer werden angezündet und riesige Garnelen winden sich in Metallschüsseln für ein schmackhaftes Barbecue. Dieses Abendritual dient vielen zur Entspannung: man kann den Verkäufern bei ihrer Arbeit zuschauen, den thailändischen Horizont des gegenüberliegenden Ufers sehen und die Fischer beobachten wie sie zu ihrer allabendlichen Tätigkeit hinausfahren. Der Himmel erstrahlt in blutroten bis orangenen Farben bevor es finster wird. Allerdings währt diese atemberaubende Landschaft nicht mehr allzu lange, denn ein riesiges Bauprojekt um die Flussseite neu zu gestalten ist bereits im Gange. Das Land wird kulturfähig gemacht, eine Strasse soll gebaut werden, Gärten gepflanzt und die noch bestehenden kleinen Restaurants vertrieben werden, denn die Planierraupen stehen schon in ihren Startlöchern. Kommen Sie hierher, während Sie noch an diesen einfachen und doch gemütlichen Buden und kleinen Restaurants am Flussufer sitzen und die Kulisse genießen können.