'Legen Sie Ihre Hand über die Rolle, die andere auf den Riemen und gehen Sie los'. In diesem Fall hieß 'losgehen' mich selbst mit Schwung mit einer Schnur 100 Meter über dem Dschungel von Bokeo im nordwestlichen Laos hangeln. Trotz des Sicherheitsgurts und der Kenntnis, dass die Schnur 3000 Kg halten kann, ist es schwierig einfach so in das Leere zu treten. Nichts konnte mich im Vorhinein auf diesen Nervenkitzel vorbereiten. Der Wald entfaltete sich unter mir: Ein grünes Talbecken breitete sich aus und weil ich mit hoher Geschwindigkeit an dem Kabel glitt, zischten große hügelige Berge von Bäumen und Bambus an mir vorbei gen Horizont. Die ersten Male, die ich entlang schwang, war ich mir über den des hohen Ton des Kabels in der Nähe von meinem Ohr bewusst und wenn die niedrigeren Kabel die Bambuszweige und meine Füße berührten, die Nähe zu den Baumstämmen, das Eiltempo dem blauen Himmel entgegen, die Geschwindigkeit des Laufs ... und meiner Unfähigkeit, konnte ich eine Unfall-Landung nicht verhindern! Ich machte die Plattformen dafür verantwortlich: einige von ihnen waren nicht dafür geschaffen von einem tollpatschigen, der mit zu hoher Geschwindigkeit ankam, zu halten. Weil wir von Plattform zu Plattform oder von Plattform zu einem Baumhaus weiter über das Tal entlang hangelten wuchs unser Vertrauen: wir wagten uns ohne Hände, mit nur einer Hand, mit koordinierten Bewegungen über zwei parallele Linien. Bald machte das Fliegen süchtig und wir wollten gar nicht mehr damit aufhören...
Dienstag, 22. Dezember 2009
Dorfwanderung um Luang Nam Tha

Die Frauen trugen Maniok-Stöcke und Holzzweige in ihren Körben auf den um ihre Köpfe gewickelten Riemen. Wir passierten sie, als wir gerade entlang der Reisfelder, außerhalb von Luang Nam Tha gingen. Luang Nam Tha liegt im Nordwesten von Laos und ist ein gebirgiges Gebiet, dass im Dezember von Nebel verschleiert ist. Das Gebiet ist für seinen bahnbrechenden Umweltschutz und seine Anstrengungen für nachhaltigen Tourismus in der geschützten Region von Nam Ha sehr bekannt. Der Reis war gerade geschnitten worden und machte es uns leichter die Lagerungshütten und den sonderbaren Vogel zu sehen. Nachdem wir das Hmong Dorf von Ban Nam Hoi passiert hatten, kletterten wir einen steilen Hang hinauf, vorbei an Zuckerfeldern und in die angelegten Linien einer Gummiplantage. Unser Reiseführer sagte uns, dass diese 2 Hektar große Plantage von Chinesen geführt wird, die den Saft der Bäume für die Produktion von Schuhsohlen verwenden. Auf dem Gipfel des Berges konnten wir die konzentrischen Kreise anderer Gummiplantagen der benachbarten Hügel sehen. Am Dorf Tai Dam in Nam Gneane begrüßte uns der überwältigende Geruch vom lao lao Whisky. Die Dorfbewohner verwenden 15 kg Reis, 2 kg Reishüllen und Hefe, um 15 Liter lao lao zu erzeugen, dass sie dann für 4000 Kip pro Liter verkaufen. In Ban Nam Mat Mai, einem Akha-Dorf, gingen wir außerhalb des Dorfes an den Geistertoren vorbei, die das Dorf umschließen (da es dem Dorf Unglück bringt, wenn ein Fremder diese Tore berührt) und wanderten weiter, um das Dorf in seiner jährlichen Zeremonie zu sehen, in der sie den Geistern danken.
Samstag, 19. Dezember 2009
Elefantenwanderung, Tad Lo

Tad Lo ist ein kleiner Ferienort, der um eine Reihe von kaskadenartigen Wasserfällen auf dem Bolaven Plateau im südlichen Laos angeordnet ist. Viele Leute gehen mutig auf den oberen Ebenen im kalten Wasser baden, aber eine der besten Möglichkeiten das Gebiet zu genießen ist einen Dschungel-Spaziergang auf dem Rücken eines Elefanten zu unternehmen. Die Elefanten von der Tad Lo Lodge sind glückliche Tiere und sehr gut erzogen. Sie können sich frei bewegen, verschlingen gierig ganze Bananenstauden und nehmen jeden Nachmittag ein Vollbad im Fluss ein, immer mit einigen amüsierten Hotelgästen als Zuschauer. Ein männlicher und ein weiblicher Elefant wurden für unseren Spaziergang am Vormittag ausgewählt. Der Pfad in den Dschungel ist schmal und die Elefanten, unsicher über den Boden unter ihren Füßen, verwenden ihre Baumstämme, um den Grund zu erkunden und dann behutsam weiter zu gehen. Diese sorgfältige Prüfung des Pfades ist für die Sicherheit des Elefanten lebensnotwenig und für den Touristen eine harmonische langsame Wanderung in einer idyllischen Umgebung. Der Höhepunkt war für uns durch den Fluss zu waten mit den Wasserfällen im Hintergrund...
Donnerstag, 17. Dezember 2009
Bolaven Abenteuer

Wir rissen rohe Kaffeebohnen von den Pflanzen ab und knabberten an ihnen; die meisten waren allerdings ziemlich bitter. Wir waren auf dem Bolaven Plateau im südlichen Laos, das sich hoch genug (bis zu 700 m) erhebt und somit für zahlreiche Kaffee- sowie Teeplantagen kühl genug liegt. Im November und Dezember wird das Plateau mit einem Teppich von wilden gelben Sonnenblumen bedeckt. Die Landschaft ist von zahlreichen Wasserfällen durchzogen; einer der bemerkenswertesten ist Tad Yeung, zwei nebeneinander liegende Wasserfälle. Der hiesige Kaffee wurde von den Franzosen eingeführt und danach von den Vietnamesen 1923 wiedereingeführt und passierte zahlreiche Konsumgenossenschaften, die die Bohnen vor dem Export nach Frankreich bearbeiteten. Wir machten auch an einer Teeplantage Halt, die von einer Familie geführt wird. Dieselbe Familie baut organischen Tee an - Oolong, grünen und manchmal weißen Tee - es werden immer noch dieselben Pflanzen angebaut, die seit 1975 dort gedeihen. Hier wird der Tee durch den Geschmack von Jasmin- und Gardenienblüten verfeinert.
Mittwoch, 16. Dezember 2009
Elefantentreibertraining in Xe Pian

'Xong Xong' befahl ich. Der Elefant hob sein rechtes Bein, so dass ich hinaufklettern konnte. Ich legte mein rechtes Bein auf seinem Schenkel und mein linkes Bein auf seine Flanke, aber ich konnte ihn nicht richtig zu packen bekommen. Ich wurde immer wieder hin und hergeschmissen und alle 2 ½ Meter von meinem Elefanten, Herrn Niam, herunterbefördert und musste von einem Elefantentreiber wieder hochgezogen werden. Das war sehr unangenehm für mich und es gab viel Gekicher überall von den laotischen Elefantentreibern, die dem 'Falang' zusahen. In der Zwischenzeit bestieg Thomas, mein Elefantentreiberlehrer, einen weiblichen Elefanten; Miss Bunyang, die beträchtlich kleiner war, mit Leichtigkeit. Alsbald alle in der Fahrposition saßen, rittlings auf dem Hals des Elefanten, wurden wir trainiert, wie man den Elefanten Kommandos erteilt. 'Houy Houy' sagt man, um voranzukommen und 'How How', um anzuhalten. Laotisch ist eine tonale Sprache und deshalb war es nicht allzu schwierig 'Houy Houy' und 'How How' zu behalten. Wir übten unsere Befehle auf den geschnittenen Reisfeldern des Dorfes Ban Kiet Ngong in der geschützten Region Xe Pian. Die armen Elefanten wussten im wahrsten Sinne des Wortes nicht, ob sie kommen oder gehen sollten. Ich schaffte es des Öfteren 'Herrn Niam' zum Halt zu bringen, aber vergaß ständig, bei dem Befehl auf seinen Kopf zu klopfen. Das Berühren der dicken schwarzen Borsten war nicht angenehm, aber ich denke, dass ich enorm abgelenkt war: auf einem Hals eines Elefanten zu sitzen mit seinen riesigen Ohren, die andauernd meine Beine berührten, die Höhe des Elefanten und die Distanz zum Boden, die Bewegungen der Schulterblätter, der Furzgeräusche von hinten, die pfeifenden Atemgeräusche des Rüssels und die gelegentliche Hilfe des echten Elefantentreibers, der hinter mir im 'Howdah' (Sitz auf einem Elefanten) saß. Nach einigen Stunden Training durften wir die Elefanten hinauf zum Berg Phu Asa reiten. Von dem mysteriösen Tempel auf der Spitze des Berges, gesäumt mit hoch aufgetürmten Steinen, hat man einen Ausblick über das Xe Pian Feuchtgebiet, das Größte im südlichen Laos. Der Weg zum Tempel besteht aus flachen einzeln stehenden schwarzen Vulkansteinen, die zum Mysterium beitragen. Wenn man zwischen den Säulen prüfend hindurchspäht, der einzigen Bergspitze weit und breit, entfaltet sich das gesamte moosige grüne Feuchtgebiet.
Samstag, 12. Dezember 2009
Delfinbeobachtungen bei Don Khone
Die alte französische stillgelegte Eisenbahnstrecke, die durch Don Khone führt ist übersäht mit kleinen Felsen, somit wählte ich den Pfad nördlich aus dem Dorf und um den Ostrand der Insel herum. Es ist eine angenehme 45-minutige Fahrradfahrt durch Dörfer und einen Wald, bevor man Ban Hang Kon erreicht. Kleine Boote fahren den Mekong hinunter, um die kritisch gefährdeten Mekong- oder die Irrawaddydelfine zu entdecken. Gemäß dem WWF gibt es nur noch 80-120 der Delfine, die in den Gewässern des Mekong zwischen Laos und Kambodscha leben. Hier an der Flussgrenze versammeln sich die Delfine in tiefer gelegenen Flussbecken, besonders in der trockenen Jahreszeit. Unser kleines Boot fuhr bei hohen Temperaturen eines Dezembermorgens hinaus, um die Oberfläche nach diesen schwer erfassbaren Säugetieren abzusuchen. Laut Erzählungen aus Laos und Kambodscha wird der Delfin verehrt und deshalb ganz bewusst nicht gejagt. Einer der Gründe für ihr Aussterben ist die Tatsache, dass der Delfin in den Netzen von Fischern versehentlich gefangen wird. Auf unserer Bootstour entlang des Mekong glänzte der Fluss in der Sonne und machte es schwierig Bewegungen unter Wasser zu entdecken. Dann geschah es, die unverkennbare Gestalt eines großen Säugetiers stieg aus dem Wasser; dann zwei von ihnen. Sie waren noch in weiter Entfernung zu uns, so entschieden wir uns 10.000 Kip an die kambodschanischen Behörden zu bezahlen und konnten so über die Grenze fahren und näher an die Delfine herankommen. Die Delfine sprangen aus dem Wasser in die Luft, zeigten ihre Flossen und wir erhaschten auch einen flüchtigen Blick eines Kopfes. Es war spannend, auf dem Wasser zu sein und die Delfine in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten.
Freitag, 11. Dezember 2009
Sonnenuntergang auf Don Daeng

Es gibt keine bessere Weise, den Sonnenuntergang hinter dem heiligen Berg von Linga Parvata zu genießen, als sich in der La Folie Lodge auf der Insel von Don Daeng am Pool zurück zu lehnen und zu beobachten wie ganz langsam die Sonne untergeht. Das Szenario kann man von einem Liegestuhl und dazu einen leckeren Cocktail schlürfen. Wenn das Tageslicht langsam verschwindet bringen lokale Bauern ihre Büffel und Kühe an die Ufer, zum trinken und sie zu säubern; die Boote der Fischer fahren umher und hoffen auf ihren letzten Fang des Tages; lokale Schulkinder fahren mit ihren Rädern nach Hause und Kolibris fliegen wie wahnsinnig um die rosa Bougainvillea, die die Kulisse einrahmen. Oberhalb fliegen Schwalben umher. In einem Land, das ziemlich viel von seiner Tierwelt isst, ist das Vogelgezwitscher und der Anblick von Vögeln während des Sonnenuntergangs fast ein Wunder.
Donnerstag, 10. Dezember 2009
Tempelruinen im Dschungel

Die Insel Don Daeng liegt im Mekong Fluss, gegenüber befindet sich die Stadt Champasak. Hier können Touristen in der gehobenen La Folie Lodge wohnen, sowie in Gemeinschaftshütten oder einen Aufenthalte bei Gastfamilien wählen. Besucher kommen hierher, um Ruhe und Frieden zu finden und für regelmäßige Fahrradfahrten durch die Felder, vorbei an Häusern, Tempeln und an Büffeln. Ich bin ein wenig zu spät am Morgen zu meiner Fahrradtour aufgebrochen. Bereits um 9:00 Uhr am Morgen dampft es in diesen Teilen des südlichen Laos; die Sonne ist unbarmherzig und es kühlt erst gegen 16:00 Uhr am Nachmittag ab. Die Insel Don Daeng ist nur 10 km lang und 5 km breit, aber mit fast keinem Schatten zwischen den wenigen Dörfern, die die Insel säumen. Es gibt keine Autos auf der Insel, nur Motorfahrräder und Fahrräder. Das Zentrum ist ein Gitter von Feldern mit einem Tempel; Dutzenden von Kühen, Hühnern und Gans-Mühle über und ein neugeborenes Büffelbaby, das auf dem Grund döst und einen mit seinen großen Augen anschaut, wenn man es aufweckt. Im Dorf Ban Dan Thip auf dem nördlichen Streifen der Insel fuhr mich ein Bootsfahrer über das Wasser zum Indiana-Jones Tempel von Tomo. Der Tomo-Tempel stammt aus dem 9. Jahrhundert und ist von den Khmer errichtet worden. Heutzutage ist dieser Tempel nur noch eine Ruine und teilweise verschlungen vom Dschungel. Die Öffnung der Eingangstür existiert bemerkenswerter Weise noch, sowie mehrere Strukturen von Laterite-Ziegeln. Allerdings ist ein Großteil davon zerfallen und der Tempel ist eine sogenannte 'verlorene Ruine'. Auf dem Boden liegen Naga Skulpturen verstreut herum und am Eingang zu den Ruinen steht ein größeres, siebenköpfiges Naga Denkmal.
Dienstag, 8. Dezember 2009
Heiliger Berg und Wat Phou

Die Ruinen von Wat Phou liegen am Berg von Linga Parvata und ist das bedeutendste Relikt der Khmer in Laos. Gegründet wurde der Tempel in der Khmer-Zeit, geweiht dem Hindu-Gott Shiva. Man sagt, dass hierfür ausschlaggebend war, dass der Gipfel des dahinterliegenden Berges mit seiner Phallus-Form an ein Shive-Lingam erinnert, eine Quelle am Berg wurde zum Tempel geleitet und diente zur Reinigung des Lingam am Tempel. Die Form der Bergspitze kann man am besten vom Fluss aus sehen. Diese Stätte ist wunderschön - ein enormer mit Säulen von Lotusblumenknospen linierter Fußweg teilt die zwei Baray und am Ende in der symmetrischen Positionierung stehen zwei mit Holzschnitzereien geschmückte Pavillons, die wirklich atmosphärisch am zerfallen sind. Die Tempelanlage erstreckt sich von der Ebene des Mekong über Treppenaufgänge bis auf die Anhöhe. Auf der untersten Ebene sind die Wasserbecken (Barays) noch teilweise erhalten, füllen sich aber nur in der Regenzeit mit Wasser. Über steile Treppen, verschleiert von Frangipani Bäumen, kommt man auf die oberste Ebene zum eigentlichen Heiligtum der Stätte. Es ist ein kleiner Tempel mit Holzschnitzereien von Apsaras, eine ins Auge fallende dominierende Schnitzerei auf einer Tür zeigt Indra auf einem 3-köpfigen Elefanten – die Darstellung des Königreichs von Lane Xang (das Land der Millionen von Elefanten). Das Heiligtum ist heute ein buddhistischer Schrein und Rauchfahnen von Weihrauch schweben um die Buddhastatuen, die im Inneren steh
en. Hinter diesem Tempel leitet ein Mund eines Makara das Weihwasser vom heiligen Berg – es wurde damals genutzt, um den Lingam zu waschen, der in dem Tempel einst wohnte. Zusätzlich hat man von der obersten Ebene einen wunderbaren Blick über die Anlage und hinüber zum Mekong. Der schattige Platz vermittelt, da auch die Touristenmassen hier üblicherweise fehlen, eine schöne, friedliche Atmosphäre.
en. Hinter diesem Tempel leitet ein Mund eines Makara das Weihwasser vom heiligen Berg – es wurde damals genutzt, um den Lingam zu waschen, der in dem Tempel einst wohnte. Zusätzlich hat man von der obersten Ebene einen wunderbaren Blick über die Anlage und hinüber zum Mekong. Der schattige Platz vermittelt, da auch die Touristenmassen hier üblicherweise fehlen, eine schöne, friedliche Atmosphäre. Samstag, 5. Dezember 2009
Fahrradtour durch Champasak

Champasak ist eine malerische kleine Stadt mit nur einer Straße, die sich am Ufer des Mekong erstreckt. Entlang dieser Straße findet man alte französische Kolonialhäuser, chinesische Geschäfte, laotische Holzhäuser und ein sonderbar neues modernes Haus im laotisch-europäischen Stil in Geburtstagkuchen-Farben. Der beste Weg, um ein Gefühl dieser Stadt, die am nächsten an den Ruinen von Wat Phou liegt, zu bekommen, ist mit dem Fahrrad durch zu fahren. Das schönste französische Kolonialhaus ist das in Ockertönen gehaltene Herrenhaus des ehemaligen Prinzen von Champasak, Boun Oum, mit seinen grünen Fensterläden und einem Konzertpavillon-Eingang. Das benachbarte weiße Haus soll auch ein königlicher Wohnsitz gewesen sein. Bei Sonnenuntergang saß ich in einem Café im Hafenviertel des Flusses und habe Kinder beobachtet, die im Fluss gebadet haben, Pflanzen die vorbei geschwommen sind, Fischnetze, die ins Wasser gezerrt wurden und Fischer auf ihren Kanus. Als sich der Himmel rosa färbte, erhoben sich Nebelschwaden über dem Wasser.
Donnerstag, 3. Dezember 2009
Erlebnis im heiligen Wald

Tief im Nationalpark von Dong Phu Vieng in Zentrallaos liegt ein heiliger Wald. Die Katang Bevölkerung, die in der Nähe dieses heiligen Waldes leben (bekannt als „Song Sa Kae“) glauben, dass dort ein Geist lebt. Das Verärgern des Geistes, indem man beispielsweise die Bäume des Waldes fällt oder die hier lebenden Affen isst, sind schlechte Nachrichten für die Personen, die das Verbrechen gegen den Wald begangen haben. Es läuft gewöhnlich auf Krankheit oder Tod hinaus. Das einzige Weg, um den Geist zu beruhigen, sind Opfergaben von Büffeln oder Hühnern. Die ethnische Minderheit der Katangs bringt jährlich eine Opfergabe eines Büffels, genauer gesagt den Kopf und das Blut, um dem Wald ihren Respekt zu zeugen. Die hier lebenden Menschen trinken auch das Blut während dieser Zeremonie. In Wirklichkeit gibt es zwei Wälder, getrennt durch einen Pfad, in der Nähe des Dorfes Vongsikeo. Wir sind mehrere Stunden gewandert, um dorthin zu gelangen, haben Flüsse durchwatet und Wege durch die Vegetation geschlagen- Kardamom-Streifen gekaut, lebendige große rote Ameisen gegessen (mit einem süßlichen Geschmack), mandelförmige Früchte auf dem Waldboden geöffnet und daran genagt, Pilze abgerissen und aufgegessen. Nach einer nächtlichen Willkommenszeremonie mit Gesängen und traditioneller Musik, angetrieben durch Flaschen von „lao-lao“ (Reisbranntwein), standen wir früh auf, um in den Wald zu gehen. Unser Führer setzte sich auf einem von Moos bewachsenen Baumstamm und sagte uns, dass, wenn ein Dorfbewohner ein Verbrechen gegen den Wald begeht, der Geist kommt und den Straftäter in Besitz nimmt. Der Dorfschamane wird dann konsultiert und wird dem Straftäter sagen, dass er sterben wird, wenn er keine Wiedergutmachung leistet. Da es noch früh am Morgen war und das Licht durch den dichten Wald strahlen sahen, die Zweige, Bäume, Blätter und Vögel sich um uns herum bewegten, war es schwierig, nicht an die Macht des Waldgeistes von Katang zu glauben.
Die Reise nach Savannakhet

Die Innenstadt von Savannakhet ist eine wunderbare Mischung aus französischer Kolonialarchitektur, chinesischen Geschäftshäusern und modernen Gebäuden. Die meisten Reisenden sind nur auf der Durchreise, dabei verpassen sie ein untouristisches, charmantes historisches Zentrum mit dem vielleicht letzten ursprünglichen Fahrrad-Saamlor des Landes. UNESCO hat Savannakhet noch keinen Besuch abgestattet; sie sollte es meiner Meinung nach tun. Eine Hotelgesellschaft hat ein französisches Kolonialgebäude auf dem Zentralplatz restauriert, das demonstriert, wie schön die Kolonialgebäude der Umgebung sein können. Der lang gezogene Hauptplatz wird durch die weichen Linien einer französischen Kirche beherrscht und ringsherum verstreut runden ockerfarbene Gebäude diesen Kolonialstil ab. Es gibt hier in der Nähe ein sehr modernes Kino, ein laotisches Artdeco Theater und das vietnamesisch-laotische Vereinigungsgebäude, die sich dieser Kategorisierung widersetzen. Die Residenz des kommunistischen Oberbefehlshaber Kaysone Phomvihane, ein schönes laotischen Haus, liegt restauriert in einem perfekt gepflegten Garten, für die Öffentlichkeit allerdings nicht zugänglich. In der Nähe steht ein hübsches französisches Kolonialhaus mit eingeschlitzten Holzverschlüssen, das zwischen 1935 und 1937 gebaut wurde und gehörte einst dem Stadthistoriker. Gegenüber liegt das Haus seines Vaters, dieser Mann war ein Berater des Vaters des letzten Königs von Laos. Die neueste architektonische Zierde von Savannakhet ist Savan Vegas, ein außerordentlich kitschiges Gebäude am Stadtrand. Die Fassade des Kasinos ist mit riesigen weißen Elefanten mit Kronen verziert und die Haustür ist zeigt eine verworrene Orgie von tanzenden Dickhäutern, die um einen Brunnen tanzen.
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